Was Vortex nicht kann
Die Zahl ist eine Wahrscheinlichkeit, kein Urteil
84 Punkte heißen: Seiten mit diesen Merkmalen sind in den allermeisten Fällen Weiterverkauf aus Fernost-Katalogen. Sie heißen nicht, dass dieser Händler betrügt, dass die Ware schlecht ist oder dass ein Kauf ein Fehler wäre. Streckengeschäft ist ein erlaubtes Geschäftsmodell.
Was systematisch fehlt
- Keine Sperrliste. Vortex kennt keine Datenbank bekannter Betrugsshops. Für diese Frage ist der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen das richtige Werkzeug — er beantwortet eine andere Frage als Vortex.
- Kein Domainalter bei .de. DENIC gibt das Registrierungsdatum nicht öffentlich heraus. Bei .de, .eu, .at, .ch und .io fließt das Alter deshalb nicht ein. Bei .com, .net und .shop schon.
- Keine Seiten, die eine Anmeldung verlangen. Instagram und TikTok liefern ohne Konto kein auswertbares HTML. Dort führt der Weg über den Shop-Link in der Anzeige.
- Nur die Startsprache. Vortex liest die Seite, die ein Besucher aus Deutschland bekommt. Ein Shop, der andere Länder anders bedient, wird nicht mitgeprüft.
- Kein Blick in den Bestellvorgang. Was im Warenkorb an Versandkosten und Lieferzeit steht, sieht nur, wer bestellt.
Wo die Einschätzung zu hoch ausfallen kann
- Kleine, ehrliche Läden mit einem Shopify-Baukasten, kurzem Bestehen und ohne Rechnungskauf sehen technisch aus wie ein Dropshipper. Deshalb steht jedes Merkmal einzeln da — wer die Liste liest, erkennt den Unterschied.
- Ein Hersteller, der bewusst aus Asien direkt versendet und das offen schreibt, bekommt dieselben Punkte für die Lieferzeit wie einer, der es verschweigt.
Wo sie zu niedrig ausfallen kann
- Wer die Bilder auf den eigenen Server umlädt, verliert das stärkste Merkmal. Das kostet Aufwand, und genau deshalb machen es viele nicht — aber die sorgfältigen schon.
- Ein Shop mit deutschem Lager, korrektem Impressum und Rechnungskauf kann trotzdem umgelabelte Ware verkaufen. Vortex prüft die Lieferkette nicht, sondern deren Spuren.
- Seiten, die ihre Inhalte erst per Skript nachladen, geben weniger her. Wie viel gelesen werden konnte, steht als „Vollständigkeit der Grundlage" im Ergebnis.
Kein Rechtsrat
Vortex ist ein Werkzeug zur Einschätzung, keine Rechtsberatung. Beim Fernabsatz gilt in der EU ein Widerrufsrecht von 14 Tagen; ob es im Einzelfall greift, entscheidet nicht diese Seite.